Hochbegabung: Jammern auf hohem IQ đŸ˜«

Hochbegabung: Jammern auf hohem IQ đŸ˜«

Warum ist die Hochbegabung eigentlich auch ein Thema der NeurodiversitĂ€tsbewegung? Es ist doch toll einen hohen IQ zu haben, da sollte es doch keine Probleme geben. Gerade in unserer heutigen Leistungsgesellschaft, sind Menschen mit hohem IQ doch beschenkt, oder? Dies die weitlĂ€ufige Meinung, aber leider in den meisten FĂ€llen nicht die RealitĂ€t. Man stelle sich nur vor, man wĂŒrde ein Kind mit niedrigen IQ auf eine Regelschule schicken oder besser noch ein Kind mit durchschnittlichen IQ auf eine Förderschule. Der Aufschrei wĂ€re groß. Bei einem Kind mit niedrigen IQ wĂ€re auch nicht die Erwartungshaltung da, sich an das Niveau von Kindern mit durchschnittlichen IQ anzupassen, ganz nach dem Motto: „Streng dich doch einfach an bisschen mehr an!“ Von vielen Kindern mit hohem IQ wird dies aber permanent erwartet. Dieser Anpassungsdruck ist schĂ€dlich fĂŒr jeden Menschen, ob es nun um Überforderung oder Unterforderung geht. Dieses Problem hört auch nicht mit der Schule auf, sondern stellt fĂŒr erwachsene Hochbegabte genauso ein Problem am Arbeitsplatz da, wie fĂŒr Kinder in der Schule. Die Folgen sind zum Teil gravierend und ein Bore-out hat nunmal die selbe Symptomatik wie ein Burn-out. Im Gegensatz zu den meisten anderen Formen der NeurodiversitĂ€t, ist die Hochbegabung nicht als „Behinderung“ klassifiziert, was gleichzeitig bedeutet, dass kein Anrecht auf Förderung besteht. Hochbegabung wird oft mit hoher Leistung gleichgesetzt. Dies ist aber nicht korrekt. Nur ein ganz geringer Teil der Hochbegabten fĂ€llt durch besonders hohe Leistungen in der Schule oder am Arbeitsplatz auf. Zum Beispiel weisen spitzenmĂ€ĂŸige SchĂŒler mit sehr guten Noten im Durchschnitt „nur“ einen IQ von 117 auf. Innerhalb der Gruppe der Hochleister sind nur 15 Prozent hochbegabt und haben einen IQ ĂŒber 130.

👆 Woran liegt das also? Die GrĂŒnde sind komplex und liegen zum einen an den Rahmenbedingungen und zum anderen an den nicht kognitiven Eigenschaften der Hochbegabung, die viele Gemeinsamkeiten zum Autismus oder zu ADHS aufweisen. Wichtig ist auch hier erst mal ein Bewusstsein fĂŒr die Problematik zu schaffen. Denn ich wĂŒnsche mir fĂŒr meine Tochter eine schönere Schul- und Arbeitsumgebung, als ich sie „genossen“ habe. Meine Noten waren eher unterdurchschnittlich, meine Rechtschreibfehler dienten zur Belustigung der ganzen Klasse und meine Lehrer/innen haben mich regelmĂ€ĂŸig rausgeworfen, weil ich zu anstrengend war.

Sarah Weyers

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