Einfach Elli: Wenn ADHS Prime Time bekommt

Einfach Elli: Wenn ADHS Prime Time bekommt

Vom Bauchtrauma vor dem Baumarkt direkt in die Visite am ersten Arbeitstag im neuen Krankenhaus – für Rettungsassistentin Elli zunächst kein Problem. Doch im Laufe des Tages wird deutlich: Nicht alles geht ihr leicht von der Hand.

Elli neigt zum Oversharing, handelt impulsiv, hält Regeln eher flexibel ein und reagiert manchmal emotional stark. Sie ist die Protagonistin der ZDF‑Serie „Einfach Elli“ – und sie hat ADHS, sichtbar zur Prime Time.

Neurodivergenz im öffentlich‑rechtlichen Fernsehen

Besonders bemerkenswert ist, dass der Begriff Neurodivergenz in einer öffentlich‑rechtlichen Miniserie offen benannt wird. Elli ist eine sympathische (Anti‑)Heldin: eine Frau mit großem Herz, die öfter über das Ziel hinausschießt. Die Serie deutet die Bandbreite von ADHS an – zwischen „Superkraft“, Verdrängung im familiären Umfeld und der ehrlichen Erkenntnis, dass eben nicht immer alles leicht oder „positiv anders“ ist. Auch das Thema Medikation wird differenziert dargestellt.

Das ZDF hat sich beraten lassen, unter anderem von ADHS‑Expert:innen wie Dr. Alexandra Philippsen – und das merkt man. Natürlich fehlen typische TV‑Elemente nicht: ein sehr attraktiver, uneitler Arztkollege und ein paar familiäre Irrungen und Wirrungen inklusive. Wünschenswert wäre, dass jede betroffene Person ein so passendes berufliches Umfeld und so viel Unterstützung erleben könnte.

Unser Fazit

Trotz kleiner Klischees ist „Einfach Elli“ absolut sehenswert. Die Serie zeigt: ADHS gibt es auch in weiblich. Umso wichtiger, dass diese Perspektive nun eine breite Öffentlichkeit erreicht.

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